# 23. Kap. Böse Geister: Dämonische und magnetische Verstrickungen

Während Mesmer noch angetreten war, um im Geiste der Aufklärung Besessenheit und Exorzismus mit Hilfe des animalischen Magnetismus zu erklären und gewissermaßen zu naturalisieren, legten die romantischen Magnetiseure eine eigentümlich ambivalente Einstellung gegenüber Besessenheit und Exorzismus an den Tag. Sie rechneten durchaus mit Dämonen und entwickelten exorzistische Techniken, argumentierten dabei aber psychologisch und zugleich recht pragmatisch: Wenn diese Theorie und Praxis hilfreich sei und zu Heilerfolgen führe, sollte man sich ihrer bedienen. Gerade beim schwäbischen Arztdichter Justinus Kerner war diese Einstellung evident. Die Dämonen wurden von den Romantikern Ernst genommen und zugleich ironisiert. Die Welt der Geister, der guten wie der bösen, erschien als ästhetisches Panoptikum und bot Künstlern und Literaten Stoff für ihre Produktionen. Die dämonischen und magnetischen Verstrickungen wurden vor allem von E. T. A. Hoffmann und Edgar Allen Poe eindrucksvoll literarisiert. Wir wollen uns zunächst aber noch einmal dem im vorhergehenden Kapitel vorgestellten Roman „Magie der Natur“ von Caroline de la Motte Fouqué zuwenden, die darin höchst eindringlich auch die böse, dämonische Natur im Menschen personifiziert hat.  

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