28. Kap./1 * Magnetische Ausstrahlungen [+ Audio Podcast]

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Der renommierte Botaniker und Naturphilosoph Christian Gottfried Nees von Esenbeck, ab 1818 Direktor des Botanischen Gartens der Universität Bonn, war einer der besten Kenner der mesmeristischen Literatur seiner Zeit. Besonders eindringlich schilderte er in seiner Monographie „Entwickelungsgeschichte des magnetischen Schlafs und Traums“ die Wahrnehmung der magnetischen Ströme zwischen „magnetisch Befreundeten“ als Lichterscheinung. Diese „Wirkungssphäre ist ein warmer wohlthätiger Lichtnebel, der den Magnetiseur und den Magnetischen umgiebt und stärker aus Haaren, Handflächen, Fingerspitzen strahlt. […] Es geht auch aus der Ferne ein Lichtschweif von dem Magnetiseur aus.“ [1] Man könne „Ströme des Lichts aus beiden Daumen hervor gehen“ sehen, „auch der Hauch des Magnetiseurs leuchtete“, eine „vom Magnetiseur geriebene Glasplatte leuchtet.“[2] Der magnetische Strom sei „heller, schneller, in Weiß und Blau spielend“, während der elektrische „trüber, langsamer, – dunkelgelb und violet“ sei. [3]

Nees breitete eine Zauberlandschaft der magnetischen Lichtphänomene aus, die wissenschaftshistorisch gar nicht so verwunderlich ist. Es sei daran erinnert, dass Anfang des 19. Jahrhunderts unsichtbares Licht erstmals experimentell sichtbar gemacht werden konnte. Der hannoveranische, nach England emigrierte Astronom William Herschel entdeckte 1800 die Infrarot-Strahlen und der Physiker Johann Wilhelm Ritter, der sich damals wie Nees in Jena, der Hochburg der romantischen Naturphilosophie aufhielt (es ist nicht unwahrscheinlich, dass sich beide über den Weg gelaufen sind), konnte im darauf folgenden Jahr die „ultravioletten Strahlen“ experimentell nachweisen, die er als „chemische Strahlung“ bezeichnete.[4] So lag es gewissermaßen in der Luft, unsichtbaren Strahlen nachzuspüren und sichtbar zu machen. Vor allem das Mesmer’sche „Fluidum“ war Gegenstand vielfältiger Spekulationen im wahrsten Sinne des Wortes. In erster Linie wurden die Strahlengänge magnetisierender Händflächen und Fingerspitzen visualisiert – bis hin zu Reichenbachs Od-Strahlen (siehe unten). Das Faszinosum solcher unsichtbar-sichtbaren Ausstrahlungen ist kulturgeschichtlich in der Antike verankert, rückte im frühen 19. Jahrhundert in den Fokus des wissenschaftlichen Diskurses und ist auch heute noch spürbar, etwa bei der esoterischen Verwendung der Kirlianfotografie in der Alternativmedizin.[5]

Mesmeristische Strahlen, die angeblich von magnetisierender Händen ausgingen, wurden immer wieder augenfällig gezeichnet. Am bekanntesten ist wohl die Abbildung aus dem Buch des englischen Arztes und Astrologen Ebenezer Sibly (oder Sibley), auf der die Strahlen bogenförmig von den Handflächen des Magnetiseurs auf die zu magnetisierende Dame gerichtet sind. (Abb. [i]) Aus dem Kontext geht hervor, dass diese Darstellung keinesfalls als skeptische Karikatur gemeint war, was ja bei Illustrationen des animalischen Magnetismus um 1800 häufig der Fall war. In jener Zeit wurden Elektrizität und Magnetismus nicht nur in der Medizin angewandt, sondern auch − freilich in weit geringerem Umfang − in der Landwirtschaft. Der Arzt l’abbé Pierre Bertholon de Saint-Lazare aus Montpellier setzte sich intensiv mit der Anwendung der Elektrizität auch jenseits der Medizin auseinander. So beschäftigte er sich als ein Freund Benjamin Franklins mit dem Blitzableiter. 1783 veröffentliche er sein umfangreiches Werk „De l’Électricité des végétaux“, in dem er Methoden der elektrischen Behandlung von Pflanzen vorschlug, um diese zu kräftigen und fruchtbarer zu machen.[6] Hierfür beschrieb er eine Apparatur zum Versprühen von elektrisch geladenem Wasser. (Abb. [ii]) Die bogenförmigen Strahlen aus der Spritze erinnern an das magnetische Fludium auf der vorigen Abbildung. Dort waren die Strahlen auf eine Person gerichtet, hier auf einen Baum. Noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gab es vor allem in Frankreich großangelegte Versuche der Elektrokulutr (l’électro-culture), die im ausgehenden 18. Jahrhundert begonnen hatten. Die betreffenden Geräte wurden zum Teil mit großem Erfolg verkauft.[7]

Die Visualisierung von magnetischen Strahlen, die aus Händen oder Fingerspitzen ausströmen, war im Mesmerismus ein beliebtes Thema. Wesentlich karger als auf der Abbildung von Sibly (siehe oben) sieht die Strahlenübertragung auf dem um 1845 entstandenen Holzschnitt aus, auf der ebenfalls eine Dame magnetisiert wird, die nach vorn gebeugt im Sessel sitzt und sich offenbar bereits im magnetischen Schlaf befindet. (Abb. [iii]) Auf einer anderen Illustration, die offenbar denselben Magnetiseur (Charles Lafontaine) zeigt, ist ein analoges Arrangement zu sehen. Es handelt sich um einen Holzschnitt, der als Bildtafel in einer französischen Zeitung von 1845 enthalten war.[8] Hier reagiert aber die Dame mit dauerhafter Streckung der Extremitäten, einer angeblichen Katalepsie. (Abb. [iv]) Die Abbildung ist auch auf dem Frontispiz der Schrift „L’art de magnétiser“ des umherreisenden französisch-schweizerischen Magnetiseurs Charles Lafontaine zu sehen, die 1847 in der Erstauflage erschien.[9] Eine andere Illustration zeigt den magnetischen Strahlengang, der den Fingerspitzen des Magnetiseurs entspringt und sogar eine Wand durchdringt. (Abb. [v]) Sie ist einer Publikation von Du Potet entnommen, der bereits ausführlich vorgestellt wurde (Kap. 24). Dieser behauptete, dass es sich hier nicht um Einbildung (imagination) handele, sondern um direkte Wirkungen des ausgestrahlten Fluidums: „il vint souvant me prévenir que des gens, placés dans la direction des mouvements fluidiques émis, mais séparés de moi par une muraille, s’étaient endormis ou étaient tombés en convulsion“.[10]

Auf einer anderen Abbildung, die den Strahlengang des magnetischen Fluidums verdeutlicht, ist das Magnetisieren einer in einer Reihe sitzenden Gruppe dargestellt. (Abb. [vi]) Wie Du Potet hierzu anmerkte, bildete er bei der magnetischen Gruppenbehandlung keine Menschenkette wie Mesmer oder Deleuze, sondern eine Reihe. So berichtete er von einer solchen Prozedur, die er in Montpellier – von Patienten bedrängt (accablé de malades) – vornahm, wo er zehn Personen innerhalb von 15 Minuten erfolgreich magnetisierte – „ce temps suffisait pour quil’s se trouvassent bien.“[11] Auf der Abbildung in einem populären Lehrbuch des Magnetismus ist eine „Waage der Gesundheit“ zu sehen: Die magnetischen Strahlen, die von den Fingerspitzen eines Jungen ausgehen, haben offenbar stärkeres Gewicht als eine Anzahl von mit Arzneimitteln gefüllten Phiolen. (Abb. [vii]) Diese „balance de la santé“ sollte verdeutlichen, dass der (animalische) Magnetismus nicht wie ein besonderes Arzneimittel gegen eine bestimmte Krankheit wirkt, sondern auf den gesamten Organismus, indem er das Gleichgewicht der Lebenskräfte wieder herstellt: „il pèse plus dans la balance de la santé que le meilleure drogue préparée par le plus habile chimiste.“[12]

Die fluidalen Ausstrahlungen, die man zu Anfang des 19. Jahrhunderts nur zeichnerisch visualisierte, wurden mit fortschreitender Technik fotografischer Bildgebung auf Platten gebannt, wie überhaupt die Fotografie eine äußerst wichtige Technik parapsychologischer Forschung ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts darstellte. Es ist bemerkenswert, dass bereits Karl von Reichenbach in der Mitte des 19. Jahrhunderts die Od-Strahlen fotomechanisch fixieren wollte, wobei es heute umstritten ist, inwieweit es ihm wirklich gelang. Durville nutzte die in den 1890er Jahren entwickelte Methode des polnischen Arztes Iodko-Narkovitz, um die Ausstrahlungen der Hand und insbesondere Fingerspitzen fotografisch zu analysieren.[13] Dieser gilt – neben Durville und anderen Autoren – heute im esoterischen Diskurs als Vorläufer der in der Mitte des 20. Jahrhunderts begründeten Kirlian-Fotografie (Hochfrequente Hochspannungsfotografie) und der davon abgeleiteten Aura-Diagnose.[14] Durville stellte u. a. zwei Negative (clichés) einander gegenüber, um den Kontrast zwischen fluidalen Ausstrahlungen (fluides) zwischen solchen, die sich anziehen (s’attirent) und solchen, die sich abstoßen (se repoussent) zu verdeutlichen. (Abb. [viii]) Dies entspreche, so Durville, der Polarität des menschlichen Körpers, wonach die rechte Körperhälte positiv, die linke negativ sei, so dass sich gleichnamige Hände unterschiedlicher Personen abstießen, ungleichnamige sich anzögen.

Doch kommen wir nach diesem Exkurs ins frühe 20. Jahrhundert zurück zu Nees von Esenbeck und seiner Art, das magnetische Fluidum ein Jahrhundert zuvor zu visualisieren. Das Auge als Organ des Sehens spielte bei ihm eine wichtige Rolle und wurde metaphorisch ausgiebig benutzt. So stellte er die „Universalisierung des Gesichtssinns“ im magnetischen Schlaf in fünf „Stufen der Entbindung des Auges“dar: (1) Die „Versetzung an die Hautfläche“; (2) die „Concentration in der Magengegend“ (das „Sehen mit der Herzgrube“ war im Mesmerismus der Romantik ein wichtiger Topos); (3) das Erkennnen solcher Gegenstände, die „das wache Auge nicht sieht“; (4) Die „Culmination der Intensität […] im Durchschauen“; und schließlich (5) das „Fernsehen“, nämlich das unbeschränkte Sehen in die Ferne, wobei der ganze Körper zum  „Allauge“ werde. [15] Diese letzte Stufe mündete schließlich in kosmologisch-spiritistische Gefilde. Nees zitierte den Tübinger Arzt und Philosophen Karl August Eschenmayer, nach dessen Darstellung eine „Magnetische“ von „Reisen in die Planeten“ berichtete, „wo sie ihren verstorbenen Verwandten traf.“[16] Als späterer Mitherausgeber des „Archivs für den thierischen Magnetismus“ verfasste Nees das Referat „Ein blindes Mädchen sieht mit den Fingerspitzen“ um zu zeigen, „daß jeder mit Nerven begabte Theil [des menschlichen Leibes] Sinnorgan werden kann“.[17] Es gibt in der Sammlung Prinzhorn an der Psychiatrischen Universitätsklinik in Heidelberg das frappierende Bild eines Geisteskranken (Berthold L.), das wie eine Illustration zu diesem Sehen mit den Fingerspitzen anmutet. (Abb. [ix]) Es wurde Anfang des 20. Jahrhunderts mit Bleistift und Pinsel in Deckfarben geschaffen und zeigt eine Hand mit einem Auge an der Spitze des Mittelfingers. Der Jenauer Arzt Dietrich Georg Kieser berichtete in einem Zusatz zur soeben erwähnten Mitteilung von Nees über einen elfjährigen Knaben, der „mehrere Monate lang täglich in unserer Umgebung seine Fingerspitzen, Nase, Kinn etc. ganz wie wir mit den Augen sehenden Menschen die Augen, gebrauchte.“[18] Diese höchst spektakuläre Krankengeschichte mit ihren diversen Experimenen dokumentierte Kieser im Einzelnen auf gut 100 Seiten.[19] In seiner „Entwickelungsgeschichte“ ging Nees auch auf die magnetische Introspektion ein, die Einblicke in das Innere des eigenen Körpers und seiner leuchtenden, mit „Lichtäther“ durchflossenen Nervenbahnen ermögliche. [20]

Von besonderem medizinischem Interesse für die romantisch inspirierten Ärzte im frühen 19. Jahrhundert waren diagnostische Einblicke von Hellsehenden in den eigenen kranken Körper – aber auch in den anderer Menschen. Lange vor der Entdeckung der „X-Strahlen“ durch Konrad Röntgen im Jahr 1895 haben wir es hier gleichsam mit einer magnetisch-subjektiven Radiologie zu tun. Zahlreiche Ärzte nutzten in ihrer ärztlichen Praxis die verblüffenden Fähigkeiten somnambuler Hellsehender, in den Körper von Patienten blicken zu können, um dann bestimmte Behandlungsmethoden vorzuschlagen und Rezepte zu verordnen. Die mesmeristische Strahlen- und Lichtphänomenologie eignete sich hervorragend zur Illustration der romantischen Naturphilosophie. Deren Verwurzelung in der mystischen Einstellung der Naturforschung in Renaissance und früher Neuzeit wird besonders an folgendem Nees-Zitat deutlich: „Das Auge wird ein Sehen und Durchschauen mit dem ganzen Körper, und zwar nach Außen wie nach Innen. […] Alles ist mit Licht erfüllt und jeder Punct in der organischen Masse ein Sehnerv. […] Das Gesicht löst die Masse in die eine Urkraft, in das himmlische Licht auf, das allem Endlichen, von einem Aeußeren, von Oben, zuströmt. Und wenn uns die Sonne leuchtet, so leuchtet sie eben nur uns, weil wir alles Licht, als solches, nur durch ihr Leuchten empfinden.“ [21]

Der animalische Magnetismus schärfte nach Auffassung der Naturforscher nicht nur den Sehsinn, sondern auch alle anderen Sinne und ermöglichte erstaunliche synästhetische Wahrnehmungen. Nees stützte sich, soweit ersichtlich, nicht auf eigene Erfahrungen und Experimente, sondern ausschließlich auf die einschlägige Literatur. Beim Geschmack stellt er u. a. fest: „Das magnetisirte Wasser hatte einer Hellsehenden stets den Geschmack derjenigen Substanz, die sie für heilsam hielt, und sie erkannte eben daraus die Heilsamkeit derselben.“[22] Eine herausragende Stellung nehme das Gehör ein, das in der Magengegend auftrete: „Starke Reden antagonistischer Menschen wirken als Stoß auf den Magen“.[23] Die „frei werdende Allseitigkeit des intensiven Sinnes thut sich kund, indem das Ohr die Worte eines geistigen Führers, eines guten Engels, hört.“[24] Nees erinnerte an die traditionelle „Idee eines Schutzgeistes“, die sich aktuell bei Somnambulen manifestieren könne und in der orientalischen Naturmystik (Indien) offenbart habe.[25]

Die Experimente mit Elektrizität, animalischem Magnetismus und Galvanismus waren in besonderer Weise mit Lichtphänomenen verbunden. Die Wissenschaft konnte offenbar die wilden Blitze des Himmels mit technischen Apparaturen und adäquaten Manipulationen in ein physiologisches Maß transformieren und damit den menschlichen Organismus gezielt beeinflussen. Gleichzeitig schien aber auch dieser Organismus selbst in seinem Nervensystem ein Reservoir an elektrischen bzw. magnetischen Kräften zu besitzen, die nach außen hin wirken und auf andere Gegenstände aller Art überspringen konnten. Dieses illustre Geschehen wurde bereits oben dargestellt. (Kap. 22) Vor allem der Mesmerismus regte im weiteren Verlauf des 19. Jahrhunderts die Phantasie der (medizinischen) Gelehrten wie die der Laien an und wurde vielfach zur Erklärung außergewöhnlicher Verhaltensweisen und Sinneseindrücke herangezogen. Die Lichtphänomene nahmen dabei einen besonderen Rang ein, wie vor allem in der Lehre vom „Od“, die Karl Freiherr von Reichenbach ab 1841 entwickelte (siehe unten). Er war vom Mesmerismus inspiriert und postulierte eine Lebenskraft (Od), die von „sensitiven“ Menschen gesehen werden könne. Das Od als neues physikalisches „Imponderabel“ und die Sensitivität als physiologische „feine Empfänglichkeit“ korrespondierten dabei miteinander. In seiner Erwiderung an den Leipziger Physiker Gustav Theodor Fechner, der die Plausibilität seiner Lehre kritisiert hatte, schrieb er, daß er „nach der heutigen Methode der Naturforschung“ im Einzelnen nachgewiesen habe, „daß 1) gewisse, aber nicht alle Menschen ein bisher unbeachtet gebliebenes Licht erschauen: a) am Magnete, b) an den Krystallen, c) an menschlichen Gliedern, d) an geriebenen Körpern, e) an von Sonnen- und Mondstrahlen beschienenen Drähten, f) an elektrisirten Meallleitungen, g) an chemischen Umsetzungen, h) endlich an allem stofflichen überhaupt. / 2) Daß mit dieser Lichtauströmung für gewisse, aber nicht für alle Menschen eigenthümlich laulich und kühlige Empfindungen, von welchen bis jetzt die Physiologie keine Kenntnis genommen, verbunden sind.“[26]

Solche Lichtsensationen waren besonders evident, wenn es um erotische Anziehungen und sexuelle Erregungen ging. So berichtete der Jurist Karl Heinrich Ulrichs, ein Vorkämpfer gegen die Diskriminierung von Homosexuellen, im Rahmen eines 1861 vorgelegten autobiographischen Textes unter der Überschrift „Animalischer Magnetismus“ von einer merkwürdigen Lichterscheinung. Er sprach vom „passiven animalischen Magnetismus“, da die Betroffenen sich angezogen fühlten, „gleich wie einem Stück weichen Eisens passiver Magnetismus innewohnt.“[27] Damit wollte Ulrichs die Besonderheit des „Urnings“ (des männlichen Homosexuellen) und das Wesen der „mannmännlichen Anziehung“ erklären, wie er die Homosexualität umschrieb. Die Begriffe Homosexualität und Heterosexualität wurden erst einige Jahre später, nämlich 1868, von dem Schriftsteller Karl Maria Kertbeny geprägt und dann von dem Psychiater Richard von Krafft-Ebing in seiner „Psychopathia Sexualis“ (1886) popularisiert.[28] Unter dem Titel „Sichtbarer erotischer Funken“ veröffentlichte Ulrichs 1865 im Anhang einer Schrift von einer mit großer Wahrscheinlichkeit autobiographischen Begebenheit. Er schilderte, wie er neben einem jungen Soldaten „fast bewegungslos in naher Berührung“ auf einer Bank gesessen habe: „Ich war geschlechtlich aufgeregt, aber nicht stärker, als sonst bei derartigen Berührungen. Da erblickte ich plötzlich an meinem Organ, welches von seiner Hand berührt ward, einen kleinen, aber ziemlich starken glänzenden Funken: soweit ich mich entsinne […], von gelbweißlichem Licht, nicht von bläulichem. Der Funken saß […] an einem Punkte des Randes der Glans. […] Der Funke zeigte sich unbeweglich an ein und derselben Stelle, war auch nicht intermittierend. So lange ich mein Augenmerk auf ihn richtete, war er auch zu sehen. Dieß dauerte wohl einige Minuten lang.“[29] Ob es sich hierbei um das Reichenbach’sche „Od“, animalische Elektrizität oder um animalischen Magnetismus handelte, blieb dem Autor ein Rätsel.


[1] Nees von Esenbeck, 1820, S. 55. [2] A. a. O, S. 56. [3] A., a. O., S. 57. [4] H. Weber, 2005. [5] http://de.wikipedia.org/wiki/Kirlianfotografie (25.07.2011).[6] Bertholon, 1783. [7] http://de.wikipedia.org/wiki/Elektrokultur (31.07.2012). [8]http://catalogue.wellcome.ac.uk/record=b1159956 (13.07.2012). [9] Hector Durville, 1921, S. 212; Lafontaine, 1847. [10] Zit. n. Hector Durville, 1921, S. 158. [11] Zit. ebd. [12] Hector Durville, 1921, S. 449. [13] A. a. O., S. 232. [14]http://www.radionik.info/haege/Lichtabstrahlung.pdf (30.01.2012).[15] Nees von Esenbeck, 1820, S. 57 f. [16] A. a. O., S. 60. [17] Nees von Esenbeck, 1818, S. 103. [18] A. a. O., S. 115 [„Zusatz des Herausgebers“] [19] Kieser, 1818, S. 50-151. [20] Nees von Esenbeck, 1820, S. 62 f. [21] A. a. O., S. 79. [22] A. a. O., S. 85. [23] A. a. O., S. 92. [24] A. a. O., S. 93. [25] A. a. O., S. 97. [26] Reichenbach, 1856, S. 111. [27] Zit. n.  Sigusch, 1999, S. 241. [28] http://de.wikipedia.org/wiki/Homosexualit%C3%A4t (19.12.2009). [29] Zit. n. Sigusch, 1999, S. 242.


[i] Sibly, 1794; → Abb. Sibley Handstrahlen; http://bouddhanar.blogspot.com/2011/05/somnambulisme-et-mediumnite.html (25.07.2011) [ii]http://alpovni.wordpress.com (31.07.2012); → Abb. Bertholon 1783 [iii] Porter, 2005, S. 201; http://images.wellcome.ac.uk/indexplus/image/V0011094ET.html (2.07.2012); → Abb. Magnetische Strahlen (Fingerspitzen) Wellcome Library, London (Ref. V0011094ET  [iv] Porter, 2005, S. 201; Aveni, 1996, S. 171; Hector Durville, 1921, S. 213;http://images.wellcome.ac.uk/indexplus/image/V0011094EB.html (2.07.2012); → Abb. Katalepsie Lafontaine [v] Hector Durville, 1921, S. 159; → Abb. Handstrahlen durch Wand  [vi] A. a. O., S. 163; → Abb. Handstrahlen Gruppe (Dupotet)  [http://www.pflyceum.org/biographical/Mesmerism.jpg (8.12.2011)] [vii] Rebisse, 2007, S. 232; Hector Durville, 1921, S. 448 ; → Abb. Waage der Gesundheit [viii] Hector Durville, 1921, S. 264 f.; → Abb. Iodko Handstrahlen [ix] Sammlung Prinzhorn Heidelberg; → Abb. Hand mit Auge